Sonntag, 9. Juli 2017

Veränderung fängt mit „R“ an


 

R wie Regelmäßigkeit. Wer etwas in seinem Leben verändern will, muss es regelmäßig tun, und zwar so lange bis die neue Fähigkeit oder Aktivität zur Gewohnheit geworden ist.

 



 

Veränderung ist gar nicht so schwer


Wir müssen es uns nur leicht machen. Wenn wir eine Veränderung in unser Leben einladen wollen, dann haben wir oft das Gefühl, dass dieses Vorhaben nicht leicht zu erreichen sein wird. Das kommt daher, dass wir Angst haben vor der großen Veränderung. Wir wissen nicht, ob uns das neue Leben auch wirklich so sehr erfüllt wie wir uns das wünschen. Die Entscheidung zu wirklich großen Veränderungen fällt auch mir nicht leicht. Aber: es ist leichter als wir denken. Der Trick:

 

Mit kleinen Veränderungen beginnen


Wenn wir Veränderungen begrüßen, ist es wichtig, die Veränderung auch zu wollen und zu merken: ah, ich kann es. Daher ist es nicht so sinnvoll, sofort mit einer riesigen Planänderung anzufangen. Wollen wir beispielsweise mehr Sport treiben, ist es nicht sinnvoll, von Anfang an gleich dreimal pro Wochen joggen gehen zu wollen. Es macht mehr Spaß und wir sind erfolgreicher, wenn wir zunächst damit beginnen, morgens nach dem Aufstehen drei Liegestütze zu machen. Wenn wir uns gesünder ernähren möchten, macht es Sinn, zuerst jeden Morgen einen Apfel zu essen (jedes andere Obst tut es natürlich auch, zum Beispiel Trauben, die sind kleiner als Äpfel).

Wollen wir einen neuen Job finden, ist es gar nicht so verkehrt, sich zuvor anzugewöhnen, regelmäßig die Zeitung zu lesen. Wer bereits Zeitung liest, könnte das Blatt wechseln.

Wer noch nicht so recht weiß, was er verändern will, kann jede noch so kleine Veränderung in sein Leben integrieren, Hauptsache, irgendetwas verändert sich.

 

Beispiele für kleine Veränderungen


  • Jeden Morgen vor dem Spiegel Lächeln üben
  • Die Zähne mit der anderen Hand putzen
  • Zum Kartoffelschälen ein großes Messer benutzen
  • Das Telefon mit der anderen Hand bedienen
  • Jeden Tag drei Liegestütze machen
  • Einmal täglich für zehn Sekunden die Augen schließen
  • Die Handtasche über der anderen Schulter tragen
  • Beim Autofahren das Radio ausschalten
  • Den Kaffee ohne Milch trinken
  • Jeden Tag ein Tier beobachten 

Wir können jede noch so unscheinbare Kleinigkeit in unseren Alltag integrieren, um die Erfahrung zu machen: ich habe etwas verändert. Und das Gute an den Kleinigkeiten ist: es fällt nicht schwer. In nahezu jeder Lebenslage ist es möglich, unsere klitzekleine Übung zu integrieren. Wenn wir Liegestütze machen wollen, können wir das notfalls sogar auf der Bürotoilette an der Wand machen. Niemand merkt es. Aber wir fühlen uns so viel besser. Das Wichtigste, auch bei der kleinsten Veränderung ist jedoch:

 

Regelmäßigkeit


Jede Veränderung ist nichts wert, wenn wir sie nicht regelmäßig wiederholen. Wir erinnern uns: Veränderung fängt mit „R“ an. Nur durch regelmäßiges Wiederholen lernen wir, die neue Fähigkeit oder Aktion in unser Leben zu integrieren. Wer nur einmal pro Woche daran denkt, der fängt jede Woche von vorne an. Später, wenn die Veränderung zur Gewohnheit geworden ist, dann reicht einmal pro Woche vollkommen aus. Aber am Anfang nicht.

Wir sollten drei Wochen lang mindestens einmal täglich, am besten immer zur gleichen Zeit, die neue Tätigkeit ausführen, um zu merken: Ja, es verändert sich wirklich etwas. Der gute Wille allein reicht nicht aus. Und drei Wochen deshalb, weil sich erst dann eine Gewohnheit entwickelt und wir beginnen, die Tätigkeit ohne Nachzudenken auszuführen.

Damit wir mindestens drei Wochen lang durchhalten, ist es sinnvoll, eben mit kleinen Veränderungen beginnen. Die Motivation, durchzuhalten ist viel größer als bei großen Vorhaben, die uns anfangs zu viel Kraft kosten.

Wer Sport in sein Leben integrieren möchte, könnte also mit den vorgeschlagenen drei Liegestützen beginnen. Wer jeden Tag nur drei Liegestütze macht, fühlt sich schon nach einer Woche sportlicher und erhöht schon sein Pensum, aus drei werden fünft, aus fünf werden sieben. Und schwupp, nach drei Wochen sind wir vielleicht schon im Aerobic Kurs angemeldet und haben einfach Lust auf Sport. Wer der Regelmäßigkeit einen hohen Stellenwert beimisst, der kommt viel schneller ans Ziel.

Nur wer regelmäßig etwas wiederholt, kann aus einer neuen Einstellung oder Aktivität eine Gewohnheit entstehen lassen. Wer diese Erfahrung einmal gemacht hat, kann sie mit jedem anderen, größeren Vorhaben leicht wiederholen.

Sind wir erst einmal daran gewöhnt, regelmäßig eine Kleinigkeit anders zu machen, dann können wir später, wenn aus unserer ersten Veränderung eine Gewohnheit geworden ist, den Zeitpunkt nutzen, um stattdessen eine weitere Veränderung zu integrieren.

 

Ein Beispiel:

Wir machen jeden Morgen drei Liegestütze. Nach etwa drei Wochen merken wir, dass wir unsere Liegestütze auch dann ausführen, wenn wir uns nicht aktiv daran erinnern mussten. Jetzt können wir zusätzlich dazu übergehen, nach den drei Liegestützen drei Kniebeuge zu machen. Wenn wir uns auch daran gewöhnt haben, nehmen wir eine kleine Dehnübung hinzu.
Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem wir uns sportlicher fühlen. Das Ziel ist erreicht: Wir haben etwas verändert, unsere Einstellung hat sich verändert. Das ist der Zeitpunkt, an dem wir damit beginnen können, auch größere Veränderungen in unser Leben zu integrieren. Wir wissen dann, dass es funktioniert.

 

Ins Tun kommen


Aller Anfang ist schwer. Leider. Damit wir in dieses Tun kommen, bedarf es anfangs kleiner Hilfsmittel. Wir müssen uns nämlich an unser Vorhaben erinnern, sonst vergessen wir das Tun. Wer sich vornimmt, etwas regelmäßig zu tun, braucht eventuell einen Wecker, oder kleine Erinnerungsstützen wie Notizzettel. Hier sind einige Beispiele, die uns das Anfangen erleichtern.  

  • Den Wecker des Handys einstellen
  • Einen regelmäßigen Termin in den Kalender eintragen
  • Einen Aufkleber am Spiegel im Badezimmer befestigen (auf Augenhöhe)
  • Abends einen Notizzettel neben das Bett legen, den wir morgens auf keinen Fall übersehen.
  • Den Partner bitten, abends eine Whats App zu schicken, die wir morgens als erstes Lesen 
 

Veränderung fängt also mit Regelmäßigkeit an. Machen wir uns das bewusst und setzen das um, fällt es uns leichter, große Veränderungen zu planen und umzusetzen. Nur mit Regelmäßigkeit kann aus einer neuen Tätigkeit eine Gewohnheit werden, einer Gewohnheit, die die Macht besitzt, unser Leben positiv zu verändern. Und Regelmäßigkeit lässt sich am leichtesten an kleinen Dingen üben, wie dem Zähneputzen mit der anderen Hand. Wer kleine Veränderungen regelmäßig ausüben kann, der kann es auch mit größeren Herausforderungen schaffen. Viel Erfolg.

 

 

 
          









































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