Sonntag, 22. Oktober 2017

Stress? – Am besten gar nicht erst aufkommen lassen


Stressige Zeiten lassen sich nie ganz vermeiden. Auf ihrem ganzwunderbar Yogablog stellt Melanie die Frage nach dem Stressabbau. Bei der Blogparade – Wie baust du Stress ab? mache ich gerne mit, weil ich Stress gar nicht gebrauchen kann. Ich suche weniger nach der Möglichkeit, Stress abzubauen als vielmehr danach, ihn erst gar nicht entstehen zu lassen. Yoga zählt auch bei mir zu den Favoriten in Sachen Stress-Abbau und Entspannung. Daher passt die Blogparade thematisch ganz gut. Danke, liebe Melanie fürs einstellen.  


Kästchenbilder Stress am besten gar nicht erst aufkommen lassen
Stress? – Am besten gar nicht erst aufkommen lassen
 
Stress entsteht, wenn wir ihn am wenigsten gebrauchen können. Gerade sind wir noch vertieft in eine spannende Aufgabe, schon kommt ein Anruf dazwischen, auf den wir auch noch reagieren müssen. Wir sind raus aus dem Konzept. Hallo Stress! Wir sind plötzlich mittendrin, obwohl wir uns eben noch ausgeglichen gefühlt haben. Manchmal geht das so weit, dass wir abends bereits über den folgenden Tag grübeln müssen und deshalb einfach nicht einschlafen können. Aber wenn wir uns selbst gut kennen, lassen sich solche Gefahren auch umschiffen.

 

Ja, auch in meinem Leben gibt es Stress

Meistens fühle ich mich gestresst, wenn ich etwas Kreatives machen möchte, mich aber nicht konzentrieren kann, keine Ruhe habe oder immer wieder aus dem Fluss gerissen werde. Meistens habe ich eine Idee, kann sie aber nicht am Stück umsetzen, weil die Kinder gerne dazwischenreden oder sofort ihre Bedürfnisse erfüllt haben wollen. Besonders gestresst fühle ich mich, wenn zu den alltäglichen Aufgaben noch unerwartete Aufgaben lauern. Hier noch ein Geschenk besorgen, für den Ehemann etwas aus der Wäscherei oder Apotheke abholen, zwischen den Taxifahrten für die Kinder schnell die Einkäufe erledigen.  
 

Positiver Stress fühlt sich nicht schlecht an

Ich mag die Zeiten, in denen ich so richtig produktiv bin. Wenn sich Arbeit nicht nach Arbeit anfühlt, sondern einfach nur Spaß macht. Positiver Stress verleitet mich dazu, mehr zu erledigen als ich körperlich in der Lage bin. Dann falle ich abends todmüde ins Bett, und trotzdem bleibt ein Glücksgefühl. Bei solch positivem Stress verschwende ich meist keinen Gedanken daran, diesen abzubauen, nein, ich könnte eher mehr davon gebrauchen. Aber inzwischen weiß ich, dass mir das auch nicht gut bekommt. Ich vernachlässige dann zu viele andere Aufgaben. Deshalb versuche ich auch hier einen Ausgleich zu finden. Bei negativem Stress gerate ich leider sehr schnell an meine Grenzen. Ich bin nicht besonders stressresistent, wie man so schön sagt. Ich gerate in Hektik, mache Fehler und schimpfe zu viel. Aber dazu habe ich inzwischen Strategien entwickelt, die mir helfen, den Stress zu erkennen und gar nicht erst so akut werden zu lassen, dass er mir schadet.   

 

Alltagsstress verarbeiten

Leichter gesagt als getan. Ich versuche durch eine Routine den Tag in Wellen zu durchleben. Morgens vor den Kindern aufstehen und in Ruhe Kaffee trinken. Wenn ich dann richtig wach bin, wecke ich die Kinder und die Fertig-machen-für-die-Schule-Stunde beginnt. Das läuft ganz locker mit Broten schmieren und co. Hin und wieder gerät eins meiner Kinder in eine Stresssituation, etwa weil ihnen noch eine unerledigte Hausaufgabe einfällt oder die Luft aus dem Reifen entwichen ist. Das überträgt sich zum Teil auf mich und ich muss erstmal tief durchatmen. Wenn sie dann aus dem Haus sind, brauche ich erstmal zwanzig Minuten, um wieder runter zu kommen.

Meist ist mein Mann noch zuhause, mit dem trinke ich dann noch einen Kaffee zusammen und alles ist wieder gut und ich kann mich in die Arbeit stürzen.

Ein tägliches Stressabbau-Ritual

Mittags mache ich pünktlich Schluss und gönne mir nach einem Snack eine Yoga-Pause, in der ich wieder so richtig runterfahren kann. Anfangs ist mir das total schwer gefallen, weil es etwas Neues war und ich dafür auf meine Auf-dem-Sofa-herumlunger-Stunde verzichten musste. Jetzt möchte ich das nicht mehr missen. Ich mache Chakra-Yoga Übungen und schließe mit einer Meditation ab, die ich so lange hinauszögere bis ich keine Lust mehr habe oder meine Kinder kommen. Danach bin ich wieder so entspannt wie morgens. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass bereits der Gedanke an Yoga und Meditation eine gewisse innere Ruhe in mir auslöst.  
Aber es klappt nicht immer gleichermaßen gut mit der Entspannung. Vor allem, wenn der Stress geistiger Natur ist und ich viel grübeln muss, komme ich nur mit Yoga allein nicht weiter. Ich brauche dann noch einen schärferen körperlichen Ausgleich, um wieder in die Mitte zu kommen. Dann laufe ich eine Runde durchs Feld und der Kopf ist schneller wieder frei.
Jetzt bin ich gewappnet für den Nachmittag, der den Kids gilt. Ich koche etwas Leckeres und esse mit ihnen zusammen.    

 

Krank vor Stress

Krank, das klingt mir zu negativ. Aber ich war wohl schon einmal krank vor Stress. Damals habe ich als Büroangestellte gearbeitet und meine Abteilung wurde umstrukturiert. Da war ich über Monate hinweg täglich mit dem Thema Abfindung, Kündigung und Jobwechsel konfrontiert. Das war schon eine harte Zeit, in der ich manchmal einen richtigen Kloß im Hals hatte, den ich nicht losgeworden bin. Das hat am Ende tatsächlich dazu geführt, dass ich die Firma verlassen habe. Aber so richtig krank im Sinne von Burn-Out oder ähnlichem war das dann auch nicht. Nachdem alles überstanden war, konnte ich mich ja wieder entspannen und seitdem fällt es mir auch leichter, die Dinge nicht mehr so ernst zu nehmen. Ich habe damals sehr deutlich gespürt:
 

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei J

Alles geht vorüber. Nichts bleibt. Wir können nichts festhalten. Und genauso verhält es sich mit dem Stress. Wenn ich ihn zulasse, dann merke ich auch: Er verschwindet wieder. Schwierig ist es nur dann, wenn Stress und Grübeleien über Wochen oder Monate andauern oder wenn ich versuche, ihn krampfhaft loszuwerden. Das macht alles nur noch schlimmer. Und trotzdem; auch das geht vorüber. Daher sehe ich die Welt mit lockeren Augen. Ich riskiere auch mal was, treffe leichter Entscheidungen, fange Neues an und schäme mich nicht mehr so lange, wenn ich mal in ein Fettnäpfchen getreten bin. Shit happens.
 

Wie den Alltag stressfrei gestalten?

Hier ein paar Tipps zum Schluss:

-       Plane den Tag

Ein geplanter Tag verläuft angenehmer, weil unvorhergesehene Dinge einfach auf den nächsten Tag verschoben werden können (außer Notfälle).

Die Konzentration steigt und man kann sich über die Ergebnisse viel länger freuen. Ein ungeplanter Tag hingegen verläuft schnell chaotisch, so als würde man beim Ausräumen der Wäschewanne zwischendurch jedes Zimmer aufräumen – es dauert ewig bis die Wanne leer ist. Aber ein bisschen chaotisch darf es trotzdem sein (zwinker), sonst wird’s ja spießig.

 
-       Sage Nein!

Trau dich, nein zu sagen. Und vor allem: Trau dich ruhig mal zu sagen, dass du keine Lust hast. Erfinde keine Ausreden, sage einfach: „Ich habe keine Lust.“ Aber übertreib es nicht. Du willst auch keine Absage erhalten, wenn du mal Hilfe brauchst.

 
-       Vorsorge ist besser als Medizin

Wer seine Stressauslöser kennt, kann gut vorbeugen. Beobachte dich und entwickle ein Gefühl dafür, wann du zu Anspannung neigst. Ich weiß, es ist viel leichter, sich in Arbeit zu flüchten und anschließend zu sagen: „Ach, ich bin so gestresst.“ als ein paar einfache Entspannungs-Übungen zu machen. Aber beides kostet gleichermaßen Kraft: Das Jammern und das Ändern. Ändere lieber etwas, dann hast du keinen Grund zu jammern.


Ich hoffe, ihr konntet für euch auch ein paar Anregungen finden. Vielleicht habt ihr ja Lust bekommen, ebenfalls bei Melanies Blogparade – Wie baust du Stress ab? mitzumachen und euch einmal mit dem Thema auseinanderzusetzen. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, es war sozusagen ganzwunderbar.

 









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